Zwei Verfahren, zwei Welten
Reaktivfärbung (Profi-Standard)
- Farbstoffmoleküle gehen chemische Bindung mit Cellulosefasern ein
- Farbe sitzt IM Faden, nicht auf der Oberfläche
- Sehr gute Waschechtheit (DIN ISO 105: Klasse 4–5)
- Hervorragende Lichtechtheit
- Kein Farbübertrag auf andere Wäsche bei korrekter Erstbehandlung
- Standard bei OEKO-TEX® zertifizierten Produkten
- Teurer im Prozess, aber wirtschaftlicher über Lebensdauer
Pigmentdruck / Pigmentfärbung (Discounter-Weg)
- Farbpigmente sitzen auf der Faseroberfläche, gehalten durch Bindemittel
- Farbe wird «aufgestrichen», nicht chemisch gebunden
- Mittelmäßige Waschechtheit (DIN ISO 105: Klasse 2–3)
- Verblasst unter UV-Licht merklich schneller
- Erster Waschgang: oft Farbübertrag auf Mitbestückung
- Erkennbar: nach 10–20 Wäschen deutlicher Farbverlust
- Günstig im Einkauf, teuer im Betrieb durch schnellen Austausch
Wie chemische Farbstoffbindung funktioniert
Reaktivfarbstoffe enthalten reaktive Gruppen, die unter bestimmten Bedingungen (Temperatur, pH-Wert, Zeit) eine kovalente chemische Bindung mit den Hydroxylgruppen der Cellulosefaser eingehen. Das Farbmolekül wird buchstäblich Teil der Faser — es kann nicht mehr ausgewaschen werden, weil es chemisch eingebaut ist.
Beim Pigmentdruck passiert das nicht: Pigmente sind unlösliche Farbpartikel, die durch ein Bindemittel auf der Faseroberfläche fixiert werden. Bei mechanischer Belastung (Waschen, Reiben) lösen sich Bindemittel und Pigmente langsam — daher das typische Verblassen.
Farbstabilität messen — DIN ISO 105
Die Norm DIN ISO 105 beschreibt verschiedene Echtheitsprüfungen für Textilfarben — von Waschechtheit (A-Reihe) über Reibechtheit (X12) bis hin zu Lichtechtheit (B-Reihe). Die Ergebnisse werden in Graustufen von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) angegeben.
- Professionelle Mindestanforderung: Waschechtheit ≥ 4, Reibechtheit (nass) ≥ 3
- OEKO-TEX® Standard 100 schreibt bestimmte Echtheitsklassen vor — ein guter Basisschutz
- «Made in Green» schließt schädliche Farbstoffe und Fixierhilfsmittel aus
- Eigener Test: Weißes Küchentuch auf das feuchte Textil reiben — Abfärben deutet auf schlechte Fixierung hin
Was Profikäufer sofort prüfen können
- 1Erster Waschgang separat: Neues, intensiv gefärbtes Textil immer allein waschen — Abfärben = Warnsignal
- 2Reibechtheit testen: Trockenes Baumwolltuch fest auf das trockene Textil reiben — kaum Abfärbung = gut
- 3Nassechtheit: Dasselbe mit feuchtem Tuch — anspruchsvoller, zeigt Qualität der Fixierung
- 4Zertifikat fragen: Reaktivfärbung ist OEKO-TEX-konform, Hersteller können nachweisen
- 5Muster waschen: 5 Wäschen bei 60 °C zeigen mehr als jede Beschreibung
Farbkonsistenz über die Nachbestellung
Ein oft übersehener Faktor: Reaktiv gefärbte Qualitäten lassen sich farblich reproduzierbarer nachbestellen als Pigmentware. Wenn Sie 50 Handtücher nachbestellen, sehen diese mit unseren Produkten wie die ersten 50 aus — auch ein Jahr später.
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