Welche Textilien braucht ein Pflegeheim?
Der Textilbedarf eines Pflegeheims gliedert sich in mehrere klar abgrenzbare Kategorien. Jede hat eigene Anforderungen an Material, Hygiene und Haltbarkeit.
- Bettbezüge und Kissenbezüge: täglich oder bei Bedarf gewechselt, hohe Waschbelastung
- Spannbettlaken: inkontinenzschutz-kompatibel (auf Matratzenschutzer abgestimmt), umlaufender Gummizug wichtig
- Handtücher und Waschlappen: pro Bewohner individuell, klar hygienisch trennbar
- Dusch- und Badetücher: Pflegepersonal braucht saugfähige, schnell trocknende Qualitäten
- Bewohnerwäsche (optional): Namensschilder, Wäschenetze, Markierungen für personenbezogene Zuordnung
- Küchentextilien für Cafeteria/Speisesaal: eigener Hygienekreislauf, ggf. 95°C-Wäsche
Hygieneanforderungen: Was gesetzlich gilt und was sinnvoll ist
In Deutschland sind Pflegeheime verpflichtet, die Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) sowie die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu berücksichtigen. Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) und die zuständige Heimaufsicht prüfen im Rahmen ihrer Qualitätsprüfungen auch das Hygienemanagement — einschließlich der Wäscheversorgung.
RKI-Empfehlung und MDK-Prüfung
Das RKI empfiehlt für Einrichtungen mit vulnerablen Personengruppen (Pflegeheime, Kliniken) eine Wäschebehandlung bei mindestens 60 °C. Bei Bewohnern mit bekannten Infektionskrankheiten (MRSA, Norovirus, C. difficile) sind 85–90 °C oder desinfektionsmittelhaltige Waschverfahren erforderlich. Ihr Wäschekonzept sollte diese Szenarien ausdrücklich abdecken und dokumentiert sein.
Das bedeutet für den Textileinkauf konkret: Nur Produkte aus mindestens 80 % Baumwolle, besser 100 % Baumwolle, sind dauerhaft für 60 °C-Wäsche geeignet. Polyester- oder Microfaserprodukte werden bei diesen Temperaturen langfristig geschädigt und verlieren ihre Form — oder sind von vornherein nur für 40 °C freigegeben.
Prüfen Sie jedes Textil vor dem Kauf auf das Pflegeetikett. Nur was explizit für 60 °C (oder mehr) freigegeben ist, darf in einem Pflegeheim-Hygienekonzept dauerhaft eingesetzt werden. «Kochfest» bedeutet 95 °C — das ist für Küchentücher relevant, für Bettwäsche und Handtücher reicht in der Regel 60 °C.
OEKO-TEX® Zertifizierung: Warum sie in Pflegeheimen Pflicht sein sollte
OEKO-TEX® Standard 100 zertifizierte Textilien sind auf Schadstoffe geprüft — Schwermetalle, Formaldehyd, allergene Farbstoffe und weitere bedenkliche Substanzen werden auf Grenzwerte getestet. Für Bewohner, deren Haut oft empfindlich oder durch Erkrankungen belastet ist, ist das kein Marketing-Argument, sondern echte Fürsorge.
- OEKO-TEX® Standard 100 Klasse I ist der strengste Standard — ausgelegt für Produkte mit Körperkontakt bei Babys und Kleinkinder, geeignet für sensible Bewohner
- Klasse II (direkter Hautkontakt) deckt den Großteil der Bettwäsche und Handtücher ab
- Die Zertifizierung deckt jeden Bestandteil des Produkts ab — Faden, Knopf, Gummizug, Farbstoff
- Zertifikate sind öffentlich über die OEKO-TEX®-Datenbank (oeko-tex.com) verifizierbar
Haltbarkeit bei Industriewäscherei-Betrieb
Pflegeheime wäschen nicht im Haushaltsmodus. Entweder betreiben sie eine eigene Wäscherei mit professionellen Maschinen oder geben die Wäsche an externe Wäschereidienstleister. In beiden Fällen erleben Textilien eine erheblich höhere mechanische und thermische Belastung als im privaten Haushalt.
Haushalts-Waschbelastung
- 50–80 Wäschen pro Jahr pro Stück
- Haushaltsmaschine: schonendere Mechanik
- Maximal 60 °C im Normalbetrieb
- Keine Walken-/Mangelprozesse
- Lebensdauer: 3–5 Jahre
Pflegeheim / Industriewäscherei
- 150–300 Wäschen pro Jahr pro Stück
- Industriemaschinen: intensive Mechanik, Zentrifugalkräfte
- 60–90 °C je nach Hygienekreislauf
- Mangel, Tunnel-Finisher, Trockner mit hohen Temperaturen
- Lebensdauer: 1–2 Jahre bei minderer Qualität, 3–4 Jahre bei Profiware
Mindere Qualitäten fallen in diesem Betrieb deutlich schneller aus: Gummizüge brechen, Nähte lösen sich, Gewebe pillt und verliert Formstabilität. Das führt zu häufigem Nachkauf — und damit zu höheren Gesamtkosten, obwohl der Einstiegspreis günstig war.
Mengenplanung: Wie viele Sätze pro Bewohner?
Eine realistische Mengenplanung berücksichtigt Wäscheumlauf, Trocknungszeiten und Puffer für unvorhergesehene Situationen (Inkontinenz, Erkrankungen, saisonale Spitzen). Die Faustregel im Pflegebereich:
- 1Bettwäsche (Bettbezug + Kissenbezug): 3–4 Sätze pro Bewohner — 1 in Nutzung, 1 in Wäsche, 1–2 als Puffer
- 2Spannbettlaken: 3 Stück pro Bett — gleiche Logik, plus Inkontinenzschutz beachten
- 3Handtücher (Frottier, 50×100 cm): 4–5 pro Bewohner — täglich nötig, Trocknung braucht Zeit
- 4Waschlappen: 5–7 pro Bewohner — werden oft mehrfach täglich eingesetzt
- 5Dusch-/Badetücher (70×140 cm): 2–3 pro Bewohner
- 6Zusatzpuffer für Neuzugänge und Notfallbestand: 10–15 % der Gesamtmenge
Beispielrechnung: 80-Bett-Pflegeheim
80 Bewohner × 4 Sätze Bettwäsche = 320 Bettbezüge + 320 Kissenbezüge. 80 Bewohner × 3 Spannbettlaken = 240 Stück. 80 Bewohner × 5 Handtücher = 400 Stück. 80 Bewohner × 6 Waschlappen = 480 Stück. Plus 12 % Puffer. Das sind die Mindestmengen für einen reibungslosen Betrieb — ohne Engpässe bei Krankheitswellen oder Lieferausfällen.
Kostenkalkulation: Was Qualität wirklich kostet
Viele Einkäufer vergleichen nur den Stückpreis. Die tatsächlichen Kosten entstehen über die gesamte Nutzungsdauer — inklusive Ersatzbeschaffung, Wäscheaufwand und Personalzeit für Sortierung und Qualitätskontrolle.
- Günstige Bettwäsche (4–6 € / Satz): Haltbarkeit bei Industriewäscherei 6–12 Monate, Jahreskosten pro Bewohner hoch durch häufigen Ersatz
- Mittlere Qualität (8–12 € / Satz): Haltbarkeit 18–24 Monate, deutlich bessere TCO-Bilanz
- Profiqualität (14–18 € / Satz, OEKO-TEX, 100 % Baumwolle): Haltbarkeit 3+ Jahre, niedrigste Gesamtkosten, höchste Hygienezuverlässigkeit
- Faustregel: Im Pflegeheim-Betrieb lohnt sich Qualität ab dem ersten Jahr — die Einsparungen durch weniger Ersatzkäufe überwiegen den höheren Einstiegspreis
Rechtliche Anforderungen und Dokumentation
Der MDK prüft im Rahmen der Qualitätsprüfung nach den Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) auch das Hygienemanagement. Heimaufsichtsbehörden können zusätzliche Anforderungen stellen. Was Einrichtungsleiter vorbereitet haben sollten:
- Hygieneplan mit Festlegung der Wäschekreisläufe (Reinwäsche / Schmutzwäsche getrennt)
- Dokumentation der eingesetzten Textilien mit Pflegeanweisungen und Waschtemperaturen
- Nachweise über OEKO-TEX®-Zertifizierung der eingesetzten Produkte
- Wäschereizertifikate des Dienstleisters (z. B. nach RAL-GZ 992/1)
- Nachweis der Personenzuordnung bei bewohnerbezogener Wäsche
- Schulungsnachweise des Personals für Hygienevorschriften im Wäschebereich
Fordern Sie von Ihrem Textillieferanten schriftliche Produktspezifikationen mit Materialzusammensetzung, Waschtemperaturfreigabe und OEKO-TEX®-Zertifikatsnummer an. Diese Unterlagen erleichtern MDK- und Heimaufsichtsprüfungen erheblich.
Lieferkonditionen für Pflegeheime
etérea Home GmbH beliefert Pflegeheime und Pflegegruppen direkt aus dem Lager in Langen (Hessen). Die Standardlieferzeit beträgt 2–3 Werktage. Bei Erstausstattungen oder größeren Ergänzungsbestellungen empfehlen wir, Muster vorab zu testen und dann die Gesamtmenge zu kalkulieren.
- Mindestbestellmengen: keine Mindestmenge für Standardprodukte
- Mengenrabatte: ab bestimmten Staffelmengen — auf Anfrage
- Musterbestellung: möglich, um Qualität vor Großbestellung zu prüfen
- Lieferzeit: 2–3 Werktage ab Lager Langen (Hessen)
- Dauerlieferverhältnisse: individuelle Rahmenverträge für regelmäßige Bedarfe möglich
- Alle Produkte OEKO-TEX® zertifiziert, wasserbar bei 60 °C
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Textilien für Pflegeheime — direkt beim Großhändler
etérea Home GmbH beliefert Pflegeheime, Kliniken und soziale Einrichtungen direkt. OEKO-TEX® zertifiziert, 60 °C-waschbar, dokumentierte Qualität. Anfrage und Musterbestellung über unsere Care-Seite.
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